PowerPoint-Folien für Zuhörer – Wie sieht solch eine Präsentation aus?

PowerPoint-Folien für die Zuhörer – was genau sie ausmacht, kann in diesem Blog-Eintrag nachgelesen werden. Wie eine solche Präsentation jedoch konkret aussehen kann, bleibt Ihnen der Eintrag jedoch schuldig. Das soll in diesem Video nachgeholt werden, in dem ich meine bisherige „Clicker in der Hochschule“-Präsentation der nach den Grundsätzen Akash Karias überarbeiteten Version gegenüberstelle.

Allgemein B: Präsentation und Kommunikation

PowerPoint-Folien für die Zuhörer

Was macht den Unterschied aus zwischen einer guten und einer schlechten PowerPoint-Folie? Dass dies keine triviale Frage ist, zeigt allein die Flut an Ratgeberliteratur zu diesem Thema. Wäre alles so einfach, hätte sich längst ein Standardwerk durchgesetzt.
Will man sich tatsächlich einer möglichen Antwort nähern, muss zunächst eine andere Frage im Mittelpunkt stehen: Dienen Präsentationsfolien dem Referierenden oder den Zuhörern?

Sieht man PowerPoint-Präsentationen vor allem als visuelle Stütze für die Zuhörenden, ergeben sich einige Design-Kriterien, die „gute“ Folien ausmachen:

  • Gestalten Sie Ihre Folien stets für den Zuhörer am anderen Ende des Raums – auch wenn Schriftgrößen von 40 Pt. und größer zunächst zu mächtig erscheinen mögen.
  • Auf diese Weise vermeiden Sie auch „Slideuments“ (Garr Reynolds), d.h. textlastige Folien. Sie wirken auf den Zuhörer nicht nur ermüdend; seine Aufmerksamkeit ist auch zweigeteilt zwischen Redner und Folie. Zudem verleiten sie dazu, den Text einfach abzulesen. Das Problem dabei: „If you and your slides are saying the same thing, one of you is not needed.“ (Karia 2015, S. 40)
  • Erstellen Sie so viele Folien wie nötig, aber achten Sie darauf, dass jede einzelne nur je eine Idee aufgreift. Statt einer Aufzählungsliste mit fünf Punkten wären demnach auch fünf einzelne Folien denkbar.
  • Jede Folie sollte innerhalb von drei Sekunden verstanden werden. Ansonsten verlieren Sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer, die versuchen werden, die Folie zu decodieren.
  • Greifen Sie so oft wie möglich auf Bilder zurück, die die gesamte Folie ausfüllen. Sie sind es, die dafür sorgen, dass nicht nur Ihre Präsentation insgesamt, sondern auch deren Inhalte im Gedächtnis des Publikums bleiben. Ein positiver Nebeneffekt ist die Varianz des Präsentationslayouts. Datenbanken wie Wikimedia Commons oder Pixelio bieten Ihnen ein breites Spektrum an kostenlosen, hochaufgelösten Bildern an, mit denen Sie arbeiten können. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl kostenpflichtiger Anbieter, bei denen Sie gezielt einzelne Fotos oder Kontingente einkaufen können.
  • Wenn Sie großformatige Bilder mit Text kombinieren möchten, können Sie für eine bessere Lesbarkeit das Textfeld einfärben und mit einem Transparenzeffekt versehen. Wählen Sie in PowerPoint hierzu das Textfeld an und klicken Sie danach auf die rechte Maustaste. Im Kontextmenü können Sie nun die „Form formatieren“. Unter „Füllung“ lässt sich eine Hintergrundfarbe einstellen – bspw. weiß – und die Transparenz einstellen.
  • Ordnen Sie die Elemente innerhalb einer Folie nach der Drittel-Regel an: Teilen Sie die Folie in neun gleichgroße Teile und orientieren Sie sich bei der Platzierung von Text und Bildern an den vier mittleren Schnittpunkten oder den Trennlinien. Zum Anlegen solcher Orientierungslinien in PowerPoint klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Bereich außerhalb der Folie. Im sich öffnenden Kontextmenü finden Sie dann den Punkt „Raster- und Führungslinien“. Hier können Sie u.a. horizontale und vertikale Linien hinzufügen.

(Aus: Karia, Akash. 2015. How to Design TED Worthy Presentation Slides. Presentation Design Principles from the Best TED Talks. North Charleston: CreateSpace.)

B: Präsentation und Kommunikation

Betreuung von Dissertationen – Wie kann ich objektiv, effizient und transparent bewerten? (von Dr. Olaf Hars)

Die Frage, wie Betreute noch besser begleitet werden können, um wissenschaftliche Qualität, Ressourceneinsatz und Zeitaufwand für beide Seiten zu optimieren, wird ein zentraler Aspekt des Workshops sein.

Eine der vielen Aufgaben ist das Bewerten von Doktorarbeiten, sowohl zum Ende (Gutachten und Note) als auch durch konstruktives Feedback zwischendurch.
Für die Abschlussbewertung sollten die allgemein gehaltenen Bewertungskriterien laut Promotionsordnung…

  • Selbstständige wissenschaftliche Arbeit
  • Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
  • Fähigkeit wissenschaftliche Probleme selbständig und methodisch einwandfrei zu bearbeiten…

in praxisnahe, definierbaren und gewichtete Kriterien umgewandelt werden. Diese könnten zum Beispiel sein:

Inhaltlich richtige Darstellung

  • Thematische Abgrenzungen vorgenommen
  • Neue Erkenntnisse, begründet, bewiesen, repräsentativ
  • Weitere Kriterien im Seminar

Aufbau

  • Ausgewogene Gliederung, Umfang angemessen
  • Alle wichtigen Begriffe definiert
  • Weitere Kriterien im Seminar 

Form

  • Satzbau/Fehlerfreiheit/einheitliches Layout
  • Alle formal geforderten Teile enthalten
  • Weitere Kriterien im Seminar

Zitierweise/Nachweisbarkeit

  • Alle Übernahmen sind zitiert, alle Thesen/Behauptungen belegt
  • Weitere Kriterien im Seminar 

Im Aufbaustufen-Seminar „Promotionsberatung“ am 17. Juli 2015 erhalten Sie hierfür ein ausgefeiltes Tool auf Excel-Basis, welches Sie durch eigene Kriterien und Gewichtungen für sich individuell anpassen können. Darüber hinaus lernen Sie viele weitere wichtige Aspekte der Betreuung kennen und bekommen Checklisten und Tools, ihre Betreuungsaufgaben effektiv und effizient anzugehen.

Melden Sie sich jetzt für das Seminar  “Promotionsberatung” an.

C: Prüfen E: Beraten und Begleiten

Think-Pair-Share (von Dr. Martin Holzer)

„Und, was haben wir in der letzten Stunde besprochen?“ — „Habt ihr noch Fragen?“

Wer als DozentIn hat in einer Lehrveranstaltung noch nie diese oder ähnliche Fragen gestellt? Wer hat sich noch nie gewundert — vielleicht sogar geärgert –, wie wenig darauf von Studierendenseite zurückkommt?

Die Gründe hierfür können äußerst vielschichtig sein. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass folgende Faktoren maßgeblich daran beteiligt sind:

  • DozentIn geht inhaltlich perfekt vorbereitet in den Kurs, Studierende eher nicht.
  • DozentIn lässt zwischen obiger Frage und (resigniertem) Selbst-Beantworten nur einige wenige Sekunden verstreichen — welche einem selbst wie eine halbe Ewigkeit vorkommen mögen, den Studierenden evtl. jedoch nicht einmal Zeit lassen, überhaupt eine Antwort zu entwickeln.
  • Studierende haben vielfach eine große Scheu zu antworten aus Furcht, sie könnten ‚unqualifiziert‘ dastehen, sie müssten eine umfassende, vollkommene Antwort liefern etc.

Eine kleine, aber feine Technik, die diesen Umständen elegant Rechnung trägt und die Lehrsequenz in konstruktiv(istisch)ere Bahnen lenkt, ist die Think-Pair-Share-Methode (nach Frank Lyman):

0. FRAGE: DozentIn stellt eine überschaubare Frage oder Aufgabe, z.B.  zur Rekapitulation der zurückliegenden Stunde.

1. THINK: Die Studierenden sollen zunächst für sich überlegen und einige erste Antworten bzw. Lösungsansätze entwickeln.

2. PAIR: Je zwei bis drei Studierende tauschen ihre Ansätze untereinander aus, diskutieren diese kurz an, ergänzen.

3. SHARE: DozentIn fragt gezielt einige Antworten aus den Kleingruppen ab, moderiert, strukturiert und präzisiert.

Regelmäßig zeigt sich so, dass nicht nur die Studierenden viel aktiver bei der Sache sind und die Ausbeute deutlich größer ausfällt, sondern auch der Stoff meist nochmals auf einer tieferen Ebenen verstanden wird bzw. mehr Rückfragen seitens der Studierenden kommen. Weiter lässt diese Technik zahlreiche Variationen und damit didaktische Abwechslung zu.

Wie die fachspezifische Umsetzung gelingen kann, erarbeiten wir dann im Seminar „Lebendige Vermittlung fachlicher Inhalte“ am 9. und 10. Juli 2015.
Interesse am Seminar? Hier anmelden

A: Lehr-Lern-Konzepte

Clicker & Peer Instruction in den Human- und Geisteswissenschaften

Nicht in allen Fällen lässt sich der klassische Peer-Instruction-Zyklus problemlos auf geistes- und humanwissenschaftliche Veranstaltungen anwenden. Das Kernproblem liegt darin, passende konzeptionelle Fragen zu finden, die zu Diskussion unter den Studierenden anregen. Diese konzeptionellen Fragen lassen sich in den Naturwissenschaften wesentlich leichter generieren, was sich auch in den vielen Datenbanken zeigt, die es für die MINT-Fächer mittlerweile gibt.

Dass Clicker und Peer Instruction als Lehrkonzept trotzdem auch in den geistes- und humanwissenschaftlichen Disziplinen funktioniert, zeigt die Monash University mit Ihrem Peer Instruction in the Humanities Project, das eine Datenbank mit Fragen aus der Philosophie beinhaltet. So sind z. B. folgende Konzept-Fragetypen möglich:

  • Transferaufgaben mit bekannten Situationen (in den Literaturwissenschaften z. B. die Epochenbestimmung eines literarischen Textes)
  • Transferaufgaben mit unbekannten Situationen (in den Literaturwissenschaften z. B. die Epochenbestimmung eines Gemäldes)
  • Definitionen von Konzepten (in den Literaturwissenschaften z. B. von Erzählperspektiven und Epochen)
  • Logische Konsequenzen aus Konzepten
  • Logische Beziehungen von Konzepten (in der Philosophie z. B. die Beziehung zwischen Sadismus und Sadeismus)
  • Identifikation von validen Argumentationen
  • Identifikation von Präsuppositionen
A: Lehr-Lern-Konzepte

Stimmtraining für die Lehrveranstaltung

Lautes, klares und v.a. vieles Sprechen ist eine Kunst für sich. Mit Körper, Atem, Stimmklang, Artikulation, Satzmelodie und nicht zuletzt dem Tempo gilt es, gleich sechs Parameter zu berücksichtigen. Alle gleichzeitig im Blick zu haben, kann leicht zu einer Überforderung führen. Mit folgenden Tipps können Sie sich gezielt mit den für Sie wichtigen Aspekten des Sprechens befassen und so nach und nach Ihr Sprechen perfektionieren:

Der Körper: Richten Sie Ihren Körper auf; strecken Sie hierzu die Wirbelsäule nach oben und legen Sie Ihre Schultern leicht nach hinten. Versuchen Sie zudem, bauchgestützt zu sprechen. Beobachten können Sie dies am besten bei Säuglingen, die beim Schreien sehr viel mit Ihrem Bauch arbeiten.

Der Atem: Lösen Sie nach jeder Ausatmung die Spannung im Bauch und erlauben sie es sich, dass sich der Bauch dabei nach außen wölbt. Versuchen Sie, einen gleichmäßig fließenden Atem zu erreichen – die Stimme wirkt dadurch wesentlich ruhiger.

Der Stimmklang: Sprechen Sie vermehrt in Ihrer Indifferenzlage. In dieser Stimmlage können Sie nicht nur lange Zeit ohne größere Anstrengungen reden, Ihre Stimme ist hier zudem besonders resonant. Zum Finden Ihrer Indifferenzlage empfiehlt Monika Hein ein gelangweiltes Zahlen-Zählen, ein zustimmendes „Mh-hm“ oder auch das Zurückbesinnen auf einen Genuss-Moment (Mhhhh!).

Die Artikulation: Schaffen Sie einen möglichst großen Raum im Mund, damit sich der Klang entfalten kann. Wichtig hierfür sind neben dem Heben des Gaumensegels (geschieht automatisch beim Gähnen) drei Parameter: ein lockerer Kiefer, eine bewegliche Zunge und flexible Lippen. Trainieren können Sie dies wie folgt: Streichen Sie Ihre Kiefermuskulatur aus und bewegen Sie Ihren Kiefer vorsichtig kreisförmig. Für eine flexible Zunge können Sie Kreise auf Ihrem harten Gaumen zeichnen und jeden Zahn einzeln mit Ihrer Zunge antippen. Die Lippen können Sie trainieren, indem Sie sie spitzen und ausbreiten oder nach innen ziehen und dann zu einem „Kussmund“ formen.

Die Satzmelodie: Setzen Sie wichtige Informationen ab, indem Sie am Ende des Satzes mit der Stimme nach unten gehen und geben Sie den Zuhörern Zeit, das Gesagte zu verarbeiten.

Das Tempo: Sprechen Sie immer dann langsamer, wenn wichtige oder neue Informationen fallen. Bereits Bekanntes dagegen können Sie in einem höheren Tempo abhandeln.

(Quelle: Monika Hein. 2014. Sprechen wie der Profi. Das interaktive Training für eine gewinnende Stimme. Frankfurt a.M./New York: Campus.)

B: Präsentation und Kommunikation