„Das hätte es früher nicht gegeben“. So z. B. Studierende, die sich während der Vorlesung unterhalten – über WhatsApp.

Kaum etwas hat die aktuelle Generation mehr geprägt als der ständige Zugang zum Breitbandinternet, zuhause und unterwegs. Das Aufwachsen mit Google, Youtube und Smartphones bleibt jedoch nicht ohne Folgen. Welche das sind, lässt sich in Smartphone geht vor nachlesen. Die Autoren Dr. Thomas Schutz und Dr. Andreas Belwe listen u.a. folgende Charakteristika der Gen Z – der „Smartphone-Generation“ – auf:

  • ein hoher Transparenz-Anspruch
  • ein gesteigertes Bedürfnis nach Abwechslung
  • damit verbunden die Fähigkeit, gleichzeitig auf verschiedene Medien zurückzugreifen (Smartphone, Fernseher und Internet)
  • damit verbunden die Fähigkeit, effizient und gezielt die wichtigsten Informationen aus gleichzeitig ablaufenden Quellen herauszufiltern (vgl. Veen/Vrakking 2009, S. 20)
  • ein ständiges Abgleichen von Informationen mit der Relevanz für das persönliche Leben.

Diese Punkte sind in Anbetracht der Tatsache, dass mittlerweile fast jeder Studierende ein mobiles Endgerät mit Internetzugang hat, von entscheidender Bedeutung für die Lehrveranstaltung: „Ist der Sinn [von Lehreinheiten] nicht erkennbar oder wird der Sinn von den Lehrenden nicht hinreichend erklärt – ‚das ist klausurrelevant‘ – wechseln die meisten Gen Z-Gehirne oft recht zügig und kurzfristig auf einen anderen Informationskanal […].“ (Belwe/Schutz 2014, S. 52) Doch nicht nur das: Dozierende konkurrieren in der Lehrveranstaltung mit einem Informationskanal mit einer unbegrenzten Fülle an Informationen und Reizen um die Aufmerksamkeit der Studierenden – ein aussichtsloser Kampf?

Nicht unbedingt. Werden die Besonderheiten der Gen Z berücksichtigt, sind lehrreiche Veranstaltungen möglich – trotz „Aufmerksamkeitskiller“ Smartphone. Wichtig dafür ist zum einen, dass den Studierenden immer wieder erklärt wird, warum es wichtig ist, die vermittelten Inhalte zu verinnerlichen. Belwe und Schutz empfehlen darüber hinaus, den Studierenden zu Beginn einer Lehrveranstaltung Literatur zum Thema „Lernprozesse“ an die Hand zu geben, wie z.B. „Laptop und Internet im Hörsaal? Wirkungen und Wirkmechanismen für evidenzbasierte Lehre“ (Spitzer 2013), und in der Veranstaltung selbst kurze Konzentrationstests durchzuführen.
Weiterhin ist es ratsam, innerhalb einer Lehrveranstaltung einen Lehrmethoden-Mix anzuwenden, wie z. B. Peer Instruction, Peer Writing und Problem-Based Learning, um Monotonie und damit das Wechseln der Studierenden auf einen „anderen Kanal“ zu vermeiden.

(Aus: Belwe, Andreas; Schutz, Thomas. 2014: Smartphone geht vor. Wie Schule und Hochschule mit dem Aufmerksamkeitskiller umgehen können. Bern: hep.
Spitzer, Manfred. 2013: „Laptop und Internet im Hörsaal? Wirkungen und Wirkmechanismen für evidenzbasierte Lehre“, in: Nervenheilkunde 32(11), S. 805-812.
Veen, Wim; Vrakking, Ben. 2009: Homo Zappiens and Its Consequences for Learning, Working and Social Life. Aachen: IMA/ZLW &ifU.)

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