„Und, was haben wir in der letzten Stunde besprochen?“ — „Habt ihr noch Fragen?“

Wer als DozentIn hat in einer Lehrveranstaltung noch nie diese oder ähnliche Fragen gestellt? Wer hat sich noch nie gewundert — vielleicht sogar geärgert –, wie wenig darauf von Studierendenseite zurückkommt?

Die Gründe hierfür können äußerst vielschichtig sein. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass folgende Faktoren maßgeblich daran beteiligt sind:

  • DozentIn geht inhaltlich perfekt vorbereitet in den Kurs, Studierende eher nicht.
  • DozentIn lässt zwischen obiger Frage und (resigniertem) Selbst-Beantworten nur einige wenige Sekunden verstreichen — welche einem selbst wie eine halbe Ewigkeit vorkommen mögen, den Studierenden evtl. jedoch nicht einmal Zeit lassen, überhaupt eine Antwort zu entwickeln.
  • Studierende haben vielfach eine große Scheu zu antworten aus Furcht, sie könnten ‚unqualifiziert‘ dastehen, sie müssten eine umfassende, vollkommene Antwort liefern etc.

Eine kleine, aber feine Technik, die diesen Umständen elegant Rechnung trägt und die Lehrsequenz in konstruktiv(istisch)ere Bahnen lenkt, ist die Think-Pair-Share-Methode (nach Frank Lyman):

0. FRAGE: DozentIn stellt eine überschaubare Frage oder Aufgabe, z.B.  zur Rekapitulation der zurückliegenden Stunde.

1. THINK: Die Studierenden sollen zunächst für sich überlegen und einige erste Antworten bzw. Lösungsansätze entwickeln.

2. PAIR: Je zwei bis drei Studierende tauschen ihre Ansätze untereinander aus, diskutieren diese kurz an, ergänzen.

3. SHARE: DozentIn fragt gezielt einige Antworten aus den Kleingruppen ab, moderiert, strukturiert und präzisiert.

Regelmäßig zeigt sich so, dass nicht nur die Studierenden viel aktiver bei der Sache sind und die Ausbeute deutlich größer ausfällt, sondern auch der Stoff meist nochmals auf einer tieferen Ebenen verstanden wird bzw. mehr Rückfragen seitens der Studierenden kommen. Weiter lässt diese Technik zahlreiche Variationen und damit didaktische Abwechslung zu.

Wie die fachspezifische Umsetzung gelingen kann, erarbeiten wir dann im Seminar „Lebendige Vermittlung fachlicher Inhalte“ am 9. und 10. Juli 2015.
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