Lautes, klares und v.a. vieles Sprechen ist eine Kunst für sich. Mit Körper, Atem, Stimmklang, Artikulation, Satzmelodie und nicht zuletzt dem Tempo gilt es, gleich sechs Parameter zu berücksichtigen. Alle gleichzeitig im Blick zu haben, kann leicht zu einer Überforderung führen. Mit folgenden Tipps können Sie sich gezielt mit den für Sie wichtigen Aspekten des Sprechens befassen und so nach und nach Ihr Sprechen perfektionieren:

Der Körper: Richten Sie Ihren Körper auf; strecken Sie hierzu die Wirbelsäule nach oben und legen Sie Ihre Schultern leicht nach hinten. Versuchen Sie zudem, bauchgestützt zu sprechen. Beobachten können Sie dies am besten bei Säuglingen, die beim Schreien sehr viel mit Ihrem Bauch arbeiten.

Der Atem: Lösen Sie nach jeder Ausatmung die Spannung im Bauch und erlauben sie es sich, dass sich der Bauch dabei nach außen wölbt. Versuchen Sie, einen gleichmäßig fließenden Atem zu erreichen – die Stimme wirkt dadurch wesentlich ruhiger.

Der Stimmklang: Sprechen Sie vermehrt in Ihrer Indifferenzlage. In dieser Stimmlage können Sie nicht nur lange Zeit ohne größere Anstrengungen reden, Ihre Stimme ist hier zudem besonders resonant. Zum Finden Ihrer Indifferenzlage empfiehlt Monika Hein ein gelangweiltes Zahlen-Zählen, ein zustimmendes „Mh-hm“ oder auch das Zurückbesinnen auf einen Genuss-Moment (Mhhhh!).

Die Artikulation: Schaffen Sie einen möglichst großen Raum im Mund, damit sich der Klang entfalten kann. Wichtig hierfür sind neben dem Heben des Gaumensegels (geschieht automatisch beim Gähnen) drei Parameter: ein lockerer Kiefer, eine bewegliche Zunge und flexible Lippen. Trainieren können Sie dies wie folgt: Streichen Sie Ihre Kiefermuskulatur aus und bewegen Sie Ihren Kiefer vorsichtig kreisförmig. Für eine flexible Zunge können Sie Kreise auf Ihrem harten Gaumen zeichnen und jeden Zahn einzeln mit Ihrer Zunge antippen. Die Lippen können Sie trainieren, indem Sie sie spitzen und ausbreiten oder nach innen ziehen und dann zu einem „Kussmund“ formen.

Die Satzmelodie: Setzen Sie wichtige Informationen ab, indem Sie am Ende des Satzes mit der Stimme nach unten gehen und geben Sie den Zuhörern Zeit, das Gesagte zu verarbeiten.

Das Tempo: Sprechen Sie immer dann langsamer, wenn wichtige oder neue Informationen fallen. Bereits Bekanntes dagegen können Sie in einem höheren Tempo abhandeln.

(Quelle: Monika Hein. 2014. Sprechen wie der Profi. Das interaktive Training für eine gewinnende Stimme. Frankfurt a.M./New York: Campus.)

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